Betriebssystem: HAP

HAP = Huawei Android Plattform

Immer mehr Smartphone-Hersteller greifen zu außergewöhnlichen Lösungen, um sich gegen die Konkurrenz absetzen zu können. Huawei aus China ist hierzulande eher für High-End-Smartphones bekannt und folgt ebenfalls diesem Prinzip. In diesem Fall hört das Ergebnis auf den Namen Huawei Android Plattform, was eine veränderte Benutzeroberfläche für die Nutzer der Smartphones des Unternehmens bedeutet.

Was ist die Huawei Android Plattform?

Andere Hersteller haben ebenfalls bereits versucht, die normale Android-Oberfläche durch diverse Schönheitskorrekturen zu verändern. HTC etwa setzt dafür auf HTC Sense und neuerdings auch BlinkFeed, Samsung hingegen vertraut auf das sogenannte TouchWiz, um sich von den Mitbewerbern unterscheiden zu können. Wie auch immer der Name ausfällt, die Ergebnisse sind dieselben: Die Entwickler greifen mehr oder weniger tief in die im Originalzustand recht schlichte Benutzeroberfläche von Android ein und versuchen dadurch, dem Nutzer ein optimiertes Erlebnis zu ermöglichen.

Die Huawei Android Plattform, die auf einigen Modellen ab Android Version 4.0 von Huawei verwendet wird, geht einen ähnlichen Weg. Die Änderungen treten insbesondere im Bereich des Startbildschirms auf. So können Anwender das Handy etwa über einen Vierwege-Lockscreen sperren. Wenn sich also eine unbefugte Person Zugang zum Handy verschaffen möchte, muss er vier Mal über den Bildschirm in der richtigen Reihenfolge wischen – was sehr viel Zeit für das "Knacken" des Codes in Anspruch nehmen sollte. Gerade für berufstätige Anwender könnte dies ein sinnvolles Feature sein, denn das normale Android erlaubt ohne Apps nur die übliche Sperrung über ein einziges Wischen.

Alle anderen Änderungen der Huawei Android Plattform sind eher kosmetischer Natur. Darunter fällt etwa die freie Wahl des Hintergrundbildes auf dem Startbildschirm, was jedoch von zahlreichen Konkurrenten ebenfalls angeboten wird. Doch viele Anwender würden das vielleicht auch als Glück im Unglück sehen.

Android im Urzustand

Das liegt insbesondere daran, dass gerade fortgeschrittene Nutzer gar nicht wollen, dass die Hersteller allzu sehr ins System eingreifen und Änderungen vornehmen, die diese Personengruppe eigentlich nicht haben möchte. In diesem Fall muss Huawei ein Lob ausgesprochen werden, denn im Vergleich zu HTC oder Sony beispielsweise halten sich die Chinesen stark zurück. Wirklich deutliche Änderungen am "Ur-Android" werden nicht vorgenommen, der angesprochene Lockscreen etwa ist nur ein optionales Feature. Die restlichen Optimierungen verfahren auch nach dem Motto "Viel kann, nichts muss" – und so bekommen Käufer von hochwertigen Huawei-Geräten meist ein Erlebnis präsentiert, das recht nah an die Oberflächen des Nexus 4 oder RAZR HD herankommt. Diese beiden Handys werden nämlich mit einem komplett jungfräulichen Android 4.0 ausgeliefert.

Fazit

Die Huawei Android Plattform als Software ist sinnvoll, ohne dabei über das Ziel hinauszuschießen und den Anwender mit Applikationen und Features zu versorgen, die nur ein Bruchteil der Käufer wirklich nutzen möchte. Ob die Änderungen den eigenen Geschmack treffen, sollte am besten einfach bei einem Fachhändler vorher ausprobiert werden, denn die Smartphones dieses Unternehmens bewegen sich preislich gesehen wie gesagt eher im oberen Mittelfeld – so dass Fehlkäufe doch schon schmerzen würden.