NFC | Near Field Communication

Soll ein Datenaustausch über eine kurze Entfernung erfolgen, dann bietet sich das kostenlose NFC-Verfahren an. Near Field Communication betreiben Kinder, die Funkgeräte haben, mit denen sie sich über relativ kurze Entfernungen, ohne irgendein Telefonnetz zu benutzen, unterhalten können. Aber es geht noch einfacher. Das Kinderspielzeug „Schnurtelefon“, bei dem zwei leere Konservendosen, denen je ein Deckel fehlt, durch eine gespannte Schnur der Länge von einigen Metern verbunden sind. Das eine Kind hält sich die Dose ans Ohr, das andere Kind spricht in die Dose und über die gespannte Schnur wird der Schall übertragen. Kostenlose und verblüffend einfach funktionierende „Near Field Communication“. Als Kinder wussten wir gar nicht, dass wird NFC Pioniere waren!

near field communication

Die heute allgemein bekannte Anwendung von NFC ist Bluetooth. Dieses in der 1990er Jahren entwickelte Übertragungsverfahren verbindet Mobiltelefone untereinander, um beispielsweise Bilder auszutauschen. Es verbindet im Auto das Mobiltelefon mit dem Navigationsgerät und bildet somit eine sehr kostengünstige Freisprechanlage. Von einem Niederländer und einem Schweden entwickelt, sollte dieses Verfahren vor allen Dingen dazu dienen, Geräte kabellos miteinander zu verbinden.

Einige Vorteile von NFC

Vorgänger war die Infrarottechnik, die jedoch mit dem Schwachpunkt der notwendigen Sichtbarkeit zwischen Sender und Empfänger behaftet ist. Diese Technik funktioniert sehr gut bei Fernbedienungen, doch wenn ein Tonsignal aus einer Rundfunkquelle im Haus von einem Raum in einen anderen übertragen werden soll, dann „sehen“ sich Sender und Empfänger nicht, es bedarf einer Funktechnologie, bei der Wände keine allzu große Rolle spielen.

Die heute verwendete NFC Technik ist eine Erweiterung von Bluetooth, sie basiert ebenfalls auf Funktechnik. Dabei wird ein Frequenzbereich von 13,56 MHz genutzt, die Datenübertragungsrate liegt bei 424 kBit/s und die Reichweite liegt bei lediglich 10 cm. Diese kurze Entfernung ist aus Sicherheitsgründen bewusst gewählt worden. Einsatzgebiete wie bargeldloses Bezahlen sind dadurch geschützt, dass der Nutzer in der kurzen Entfernung feststellen kann, ob jemand „mitnutzt“ und möglicherweise sein Guthaben verringert.

Die neuen Smartphones verfügen über die NFC Technik und werden dadurch zur Kreditkarte gemacht, berichtet das Wall Street Journal im März 2011. Zusammen mit Mastercard und Citigroup hat Google eine neue Technologie entwickelt, die eines Tages die Kreditkarte ersetzen soll. Der NFC-Chip, der in immer mehr Smartphones eingesetzt wird macht es möglich. An der Kasse wird lediglich das Smartphone an den entsprechenden Sensor gehalten. Keine Unterschrift, kein Pin ist notwendig, das System ist sicher, dafür verbürgt sich eines der größten und stärksten Unternehmen in der Computerbranche, Google. Geplant ist, in Kürze in den USA die ersten Testterminals aufzustellen. Der Erfolg von Google wird natürlich Apple inspirieren. Das für den Sommer 2011 geplante iPhone 5 wird gerüchteweise auch mit einem NFC Chip ausgestattet sein. Hier beginnt etwas Neues, dem eine große Zukunft vorhergesagt wird.

Das Handy wird immer mehr zum Allroundgerät. Noch vor wenigen Jahren waren wir begeistert, mit dem Mobiltelefon auch eine leistungsstarke Kamera immer dabei zu haben. In Zukunft werden wir per Handy unser Auto öffnen und schließen, das Handy kennt unsere Lieblingssender und stellt diese im Auto ein, ebenso weiß es, wie unsere ideale Sitzposition einzustellen ist.

Wenn wir morgens die Firma betreten, brauchen wir keine Karte mehr in einen Automaten zu stecken, der unsere Ankunftszeit registriert. Wir halten einfach unser NFC Smartphone vor das Gerät und schon sind wir eingecheckt. Nach hundert Metern beginnt der Sicherheitsbereich, den wir erst nach einer weiteren Kontrolle betreten dürfen. Das Handy davor gehalten und schon sind wir drin. Das Mittagessen in der Kantine bezahlen wir einfach, indem wir unser NFC Handy vor die Kasse halten. In der Mitte des Monats teilt uns unser Smartphone automatisch den Stand unserer Arbeitszeit mit.

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Handy mit NFC - Near Field Communication

Nur ein einziges Gerät wird uns in Zukunft all das abnehmen, wofür wir heute noch Schlüssel, Kreditkarte, Parkkarte für den Firmenparkplatz und mehr benötigen. Bereits 2006 übernahm Hanau nach einem erfolgreichen Test über zehn Monate das „NFC Handy Ticketing“. Unser Smartphone dient in Hanau also jetzt schon als elektronische Fahrkarte. Die Anwendungsbereiche erscheinen schier unerschöpflich, NFC wird die Zukunft in weiten Bereichen sehr nutzerfreundlich angenehm verändern. Der Stapel von Kunden- und Kreditkarten kann verschwinden, das Handy „weiß“ alles. Freuen wir uns darauf!