Betriebssystem: Sony UI

Sony konnte inzwischen neben Samsung und anderen Schwergewichten der Branche zu einem der beliebtesten Hersteller von High-End-Smartphones mit Android als Betriebssystem aufsteigen. Da verwundert es nicht, dass sich auch das japanische Traditionsunternehmen eine eigene Oberfläche für die neuesten Topmodelle hat einfallen lassen. Sie hört auf den schlichten Namen Sony UI und bietet dem Anwender zahlreiche Änderungen, von denen die meisten sogar – man höre und staune – sehr sinnvoll sind.

Design der Sony UI für Android

Äußerlich ist Android kaum noch wiederzuerkennen. Obwohl beispielsweise auf dem Sony Xperia Z das Betriebssystem in der Version 4.1 zum Einsatz kommt, hätte Sony auch einfach behaupten können, dass es sich dabei um ein eigenes OS handelt – denn die meisten Anwender hätten das wohl nicht bemerkt. Modern, aufgeräumt und einfach „clean“ sind wohl diejenigen Adjektive, die auf die Sony UI am besten zutreffen.
Sony UI
Wer möchte, darf die Hintergrundbilder und Designs natürlich auch selbst anpassen, doch die Default-Einstellungen sollten für viele Käufer vollkommen ausreichen.

Funktionen der Sony UI für Android

Standardmäßig werden fünf verschiedene Home-Screens für Nutzer der Sony UI angeboten. Diese können wahlweise mit eigenen Hintergrundbildern und diversen Apps und Widgets belegt werden, was viel Platz für individuelle Vorlieben bieten dürfte.

Gleichzeitig liefert Sony selbst auch noch zahlreiche Widgets aus, die teilweise sogar einen wirklich hohen Nutzen bieten und somit nicht nur optisch ansprechendes Beiwerk sind. Ein Button namens Quick Settings etwa erlaubt einen sehr schnellen Zugriff auf die tiefergehenden Einstellungen des Smartphones. Darüber hinaus hat das Unternehmen auch einige Buttons eingebaut, die direkten Zugriff auf Dienste wie Sony Music oder Sony Video bieten, um dort – natürlich kostenpflichtig – Musik oder Filme herunterladen zu können.

Die Bedienung fällt dabei jederzeit sehr intuitiv aus: Ein einfaches Zusammenziehen des Home-Screens beispielsweise öffnet ein übersichtliches Menü, um Hintergrundbilder oder Widgets selbst hinzuzufügen. Auch ein PlayStation Store kann mit nur einem Druck erreicht werden, um – falls vorhanden – Spiele für die PS One herunterzuladen. Ein weitere gelungene Eigenheit der Sony UI ist eine Funktion namens Battery Stamina Mode. Dahinter verbirgt sich ein Feature, das alle unnötigen Prozesse im Hintergrund abschaltet, wenn das Display des Handys ebenfalls ausgeschaltet ist. iOS und Windows Phone 8 können das bereits von Haus aus, bei Android ist ein Eingriff durch die Hersteller notwendig – so wie es etwa Sony in ihrer eigenen Benutzeroberfläche getan hat.

Weniger ist mehr?

Während einige andere Hersteller eher sparsam mit den Änderungen an der Oberfläche von Android umgehen, greift Sony tief ins Technologie-Fass und krempelt das Betriebssystem mit dem grünen Roboter kräftig um. In diesem Fall ist das sogar durchaus als gelungen zu bezeichnen, denn die neuen Funktionen wirken durchdacht, sie sind fehlerfrei und bedrängen den Anwender nicht durch Features, die sich letztendlich doch nur negativ auf die Akkulaufzeit auswirken.

Allenfalls ein Hinweis darauf, dass wirklich nicht mehr viel vom ursprünglichen Android übriggelassen wird, wäre nett gewesen – aber andererseits handhaben andere Hersteller diese Situation auch nicht anders. Insofern sind neue Smartphones mit der Sony UI sowohl für Anfänger als auch fortgeschrittene Anwender durchaus zu empfehlen – nur der hohe Preis der High-End-Modelle könnte natürlich abschreckend wirken.